Aktuelles

Sinkt die Zahl der TLD Bewerbungen weiter?

May 23, 2013

Die ICANN geht laut ihrem Budgetplan für das Jahr 2014 davon aus, dass 646 von insgesamt 1.930 TLD Bewerbungen zurückgezogen werden.

Die ICANN geht davon aus, dass 105 Bewerber sich noch vor dem Ende der “Initial Evaluation” zurückziehen werden, um wenigstens noch von der Rückerstattung von 70% der Bewerbungsgebühr zu profitieren. Weitere 540 Bewerber werden sich laut ICANN nach der “Initial Evaluation” zurückziehen. Diese Bewerber bekommen immerhin noch 20% – 35% der Bewerbungsgebühr zurück.

Zurzeit meldet die ICANN insgesamt 66 zurückgezogene Bewerbungen.

Die Gründe für den Rückzug liegen dabei oft daran, dass es häufig Bewerbungen um ein und dieselbe Endung gibt. Die ICANN nimmt an, dass sich die Bewerber entweder untereinander einigen oder ein Joint-Venture gründen.

Quelle:

icann.org
domainnamewire.com

ICANN setzt auf Lotterieverfahren

October 15, 2012

Nun also doch. Ein Lotterieverfahren soll entscheiden, in welcher Reihenfolge die 1.930 Bewerbungen für neue Top-Level Domains abgearbeitet werden sollen.

Jeder Bewerber bekommt eine Nummer zwischen 1 und 1.930 zugeordnet. Die zugeordnete Nummer entscheidet darüber, welches Evaluierungsergebnis zuerst bekannt gegeben wird. Sogenannte “Internationalized Domain Names” (IDNs) in nicht-lateinischen Buchstaben sollen aber bevorzugt behandelt werden. Dies soll dem öffentlichen Interesse dienen und vor allem die Bemühungen der Organisation um eine stärkere Internationalisierung unterstreichen.

Hier finden Sie eine Erklärung zum Lotterieverfahren von ICANN-CEO Fadi Chehadé.

Updates rund um den TLD-Bewerbungsprozess

August 20, 2012

Die „Internet Corporation for Assigned Names and Numbers“ entschloss ja vor wenigen Wochen die Bewerbungen für die neuen Top-Level Domains nun alle auf einmal zu evaluieren, und das ursprünglich geplante “Batching” zu verwerfen. Somit ist mit den Ergebnissen dieser Evaluation ist  Juni/Juli 2013 zu rechnen. Die Evaluierungszeit wird derzeit auf 11 Monate geschätzt, könnte sich aber unter Umständen noch verkürzen.

Diese Nachrichten stießen auf positives Feedback und sorgten für Erleichterung bei den TLD-Bewerbern, bei denen das “Batching” als besonders unbeliebt galt. Doch nun  steht die ICANN nun vor einer weiteren Problem. Nach erfolgter Evaluation der Bewerbungen folgt die Phase der Pre-Delegation (technische Tests, Vertragsverhandlungen mit ICANN etc.) bevor die Top-Level Domains delegiert werden und in das Root-Server System (Server, die an der Wurzel des Domain-Name System stehen) der ICANN eingespeist werden können. Doch die ICANN kann aus technischen und rechtlichen Gründen nicht mehr als 1.000 Top-Level Domains pro Jahr ihrem Root-Server hinzufügen. Es gingen jedoch 1.930  Bewerbungen ein, und daher stellt diese Begrenzung ein Problem für ICANN dar. Eine für alle Bewerber gerechter Methode muss gefunden werden, die Bewerbungen in die Pre-Delegation und anschließende Delegation zu lotsen ohne die zahlenmäßige Limiterung von 1.000 TLDs zu überschreiten. Hierzu  lädt ICANN die Öffentlichkeit zu Kommentaren und Lösungsvorschlägen ein. Dennoch schätzt ICANN, dass der Bewerbungsprozess auch als natürlicher Filter wirkt und die Anzahl der potentiellen TLD-Anwärter für Ende 2013/Anfang 2014 schrumpfen lässt.

Neben diesen neuen offenen Fragen, gab die ICANN auch wieder ein paar neue Fakten und Daten rund um das neue TLD-Programm bekannt. Mit einer neuen tentativen „Roadmap“ wird ein Überblick über die nächsten Phasen und Schritte in diesem Prozess gegeben. Laut dieser „Roadmap“ plant die Organisation, nach der Analyse des Inputs der Öffentlichkeit, bis spätestens Dezember eine Lösung für die Delegation der TLDs parat zu haben und diese auch gleich anschließend  implementieren zu wollen.

Hier ist die gesamte “Roadmap” und weitere Updates rund um den Bewerbungsprozess zu finden: http://newgtlds.icann.org/en/announcements-and-media/announcement-17aug12-en

 

44. ICANN Meeting, Prag

July 3, 2012

Vom 24.-29. Juni fand das 44. ICANN Meeting in Prag statt und es wurde, mit fast 2000 Teilnehmern, ein neuer Besucherrekord aufgestellt. Das starke Interesse ist unter anderem auf das neue gTLD-Programm der ICANN zurückzuführen. Neben Vertretern von Regierungen, internationalen Unternehmen und vielen anderen Mitgliedern der ICANN Community, war die Minds + Machines GmbH auch in Prag dabei. Sie nahm an den wichtigen Entscheidungsprozessen und Arbeitsgruppen teil, um die Einführung der .NRW Top-Level Domain möglichst schnell voranzubringen.

Für den meisten Diskussionsstoff sorgte das umstrittene „Batching“- Programm der ICANN. Hiermit versucht die ICANN die Evaluierung der 1.930 eingelangten TLD- Bewerbungen gestaffelt abzuarbeiten, doch die vorgeschlagene Methode diese Staffelungen zu erstellen fand in der Community wenig Anklang. Darüberhinaus konnte auch die amerikanische Partnerfirma der Minds + Machines GmbH technische Fehler im System dieses sogenannten „Digital Archery“- Prozess ausfindig machen. Dies führte dann dazu, dass der Chairman des ICANN- Boards, Steve Crocker, den „Digital Archery“-Prozess revidierte und nun wird  an Lösungsmöglichkeiten für die Einteilung der Evaluierung und Delegierung der neuen TLDs gearbeitet. ICANN wird mit Hilfe einer eigens geformten Arbeitsgruppe (darunter auch der Geschäftsführer Antony Van Couvering der Minds+Machines GmbH) in den nächsten drei Wochen eine alternative Lösungsmöglichkeit finden müssen.

Weitere Schwerpunkte dieser Konferenz in Prag bildete die Protektion der Namen internationaler Organisationen  unter den neuen gTLDs,  die Ausverhandlung eines neuen Vertrags zwischen der ICANN und den Registraren (die Vertriebskanäle der Top-Level Domains) und die Ernennung des neuen CEO der ICANN (ab Oktober), Fahdi Chehadi.

Die Minds + Machines GmbH sieht auf eine erfolgreiche Woche zurück, in der ein bedeutender Fortschritt in Richtung einer effizienten und schnellen Weiterentwicklung des neuen TLD-Programms erzielt wurde.

Veröffentlichung der TLD-Bewerbungen

June 19, 2012

Am Mittwoch den 13. Juni war es endlich soweit und die ICANN präsentierte die 1.930 TLD- Bewerbungen in einer groß angelegten Pressekonferenz in London vor einer Vielzahl von Journalisten. Den vorangegangenen Spekulationen wurde somit ein Ende gesetzt und es wurde bekannt gegeben wer sich um welche Domains bewirbt.

Die 1.930 eingegangenen Bewerbungen stammen aus 60 Ländern. Nordamerika liegt mit 911 Bewerbungen weit vor anderen geographischen Regionen. Unter den Bewerbungen befanden sich 70 TLDs, die aus Deutschland stammen. Hier eine grobe geographische Aufteilung der Bewerbungen:

Afrika17 TLDs
asiatisch-pazifischer Raum303 TLDs
Europa675 TLDs
lateinamerikanisch-karibischer Raum24 TLDs
Nordamerika911 TLDS

66  geographische Top-Level Domains mischen sich unter die 1.930 TLD-Bewerbungen, wie eben .NRW, .BAYERN oder .LONDON. Die 116 Bewerbungen für internationalisierte Endungen (IDN) stehen für Zeichenfolgen in nicht lateinischer Schrift. Große Unternehmen und Konzerne, wie BMW oder Apple, haben sich ebenfalls für ihre eigenen TLDs beworben und machen ein Drittel des Bewerberfelds aus.

Für Überraschung sorgte der Internet-Gigant Google, der mit 101 Bewerbungen ins Rennen geht und sich damit als zweitgrößter Bewerber positioniert. Google plant sowohl für markeneigene Begriffe  (.GOOGLE oder .YOUTUBE) Top-Level Domains zu schaffen als auch mit generischen Begriffen wie .BLOG oder .LOL punkten zu können. Ein weiterer “Big Player” im Kandidatenfeld ist der Internethändler Amazon mit ganzen 76 TLD-Bewerbungen. Aber auch die Muttergesellschaft der Minds+Machines GmbH, die Top-Level Domain Holdings, reiht sich mit 92 eingereichten Bewerbungen (68 Bewerbungen für gTLDS in eigenem Namen, fünf geographische TLDs und die restlichen in Kooperation oder als technischer Backend-Provider) ganz vorne in das Ranking ein.

Ein Umstand der noch für einiges an Gesprächsstoff sorgen wird sind die 230 Top-Level Domains, für die sich mehr als ein Anwärter bei der ICANN bewirbt. Insgesamt stehen 751 Bewerbungen im Wettstreit um diese 230 potentiellen Endungen. Als beliebteste Zeichenfolge erweist sich .APP, für die ganze 13 TLD- Bewerbungen eingingen. Dieser Wettstreit wird in Folge durch Verhandlungen unter den Bewerbern oder im Ausnahmefall per Auktion gelöst.

Die Masse an Bewerbungen zeigt einmal mehr, dass der Wunsch nach der Erweiterung des Internet-Namensraumes groß ist. Alle Bewerber habe das Potential dieser Weiterentwicklung erkannt, und werden so  für Innovationen  im Sinne des Internetusers sorgen!